Noelle Deprez mit Delphine

Noelle Deprez arbeitet seit über 13 Jahren bei enSoie und ist dort zuständig im Bereich «Production and Sustainability». Sie hat Textilwirtschaft studiert und so ihre Liebe zu schönen Stoffen und qualitativ hochwertigen Stücken noch vertieft. 
Noelle wurde 1991 in Bern geboren und ist in Zürich aufgewachsen. Mit Mann, Kind und Hund wohnt sie mitten in der Stadt. Wir haben Noelle mit ihrer Tochter Delphine auf einen Spaziergang in Zürich getroffen und uns ein wenig Unterhalten:

 

Welcher Geruch erinnert Sie an Ihre Kindheit?
Der Geruch im Uhrmacher Atelier meines Grossvaters. Hirse und Buttersauce wie sie meine Grossmutter kocht. 
Mailänderli backen an Weihnachten. 

Welches Geschäft vermissen Sie in der Altstadt Zürich?
Franz Carl Weber besonders in der Weihnachtszeit. Der hat für mich seit der Kindheit immer ein wohliges Gefühl von Magie ausgestrahlt.

Gibt es ein Kleid, das Sie nie wegwerfen würden?
Einige. Solche mit emotionalem Wert oder Stücke mit aufwändiger Machart, wie z. B. eine Handstickerei oder aus einem speziellen Stoff.

Wäre Ihre Wohnung ein Kleidungsstück, was für eins wäre es?
Ein buntes Ballkleid.

Was würden sie in einer neuen Wohnung als Erstes kochen? 
«Pasta al ragù» in einem grossen Schmortopf, da ist man direkt angekommen. Immer wenn wir unsere Grosseltern in ihrem Bauernhaus in der Provence besuchen, kocht mein Grossvater für die Neu ankommenden «Pasta al ragù» oder wie sie nun bekannt sind «Arrivé Pasta» - egal ob man morgens um 4.00 Uhr, mittags um 12.00 Uhr oder abends um 9.00 Uhr ankommt. Für mich gibt es kein Gericht das mehr Wärme, Heimeligkeit und das Gefühl von Ankommen ausstrahlt. Genau das richtige für eine neue Wohnung!

Wohin ziehen Sie sich in Zürich zurück?
Frühmorgens in ein Café.

Welches ist ihr liebstes Küchengerät?
Meine Pfannen und Schmortöpfe.

Was haben Sie immer im Kühlschrank?
Apérogetränke und ja genügend Butter zum Kochen. Ich halte es wie die Franzosen, besser mehr als weniger Butter.

Wohin ziehen sie sich zuhause zurück, wenn Sie Ihre Ruhe haben wollen?
Irgendwo mit einem Buch-, wenn ich lese dann nehme ich das Aussenrum nicht mehr so richtig wahr.

Wenn Sie in Ihrem nächsten Leben ein Haus wären, was für ein Haus möchten Sie sein?
Eines an einem schönen Ort mitten in der Natur, mit einer grossen Küche für die Familie, die darin wohnt und die Gäste die sie empfangen. 

Wenn ihr Haus in der Nacht wandern könnte – wo würden Sie am liebsten erwachen?
An einer Meeresküste, z. B. in Schottland oder der Bretagne. 

Was ist für sie Heimat: der Ort, die Freunde, die Sprache, das Essen...?
Kleine Momente. Wie das abendliche Kochen mit meinem Mann, während unsere kleine Tochter daneben zusieht oder am frühen Morgen in der Provence einen Kaffee trinken und aufs Feld schauen oder mit der Luftseilbahn in Mürren ankommen. 

Ist ihr Esstisch rund, oval oder eckig und weshalb?
Eckig, er ist ein Erbstück und bedeutet mir viel. Meine Mutter hat ihn von ihrem Vater bekommen und ihn, als ich von daheim ausgezogen, mir weitergegeben. Schon mein Grossvater ass als Kind an diesem Tisch. 

Machen sie zuhause Sport und wenn ja welchen?
Mit meinem Hund Monti spazieren gehen.

Sind sie gern allein?
Ja.

Was machen sie in tropischen Sommernächten?
Wenn möglich in die Höhe fliehen und dort kühlere Nächte geniessen.

Wovon sollten Sie sich trennen, können es aber nicht?
Bücher.

Ihr Lieblingswort?
«Catasterism» – ein Wort aus der griechischen Mythologie. Es bedeutet so viel wie zwischen den Sternen platziert werden, sprich zum Sternbild gemacht werden.

 

Fotos: Rafael Palacio Illingworth
Konzept und Styling: Michèle Boeckmann
Haare und Make-up: Elin Dannecker
Fragebogen: Stefan Zweifel

Die interviewten Personen suchen sich die Fragen aus dem Fragebogen selbst aus.